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Frauengesundheit und Schwangerschaft
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Die Rolle spielen Östrogen und Progesteron im Körper

Frauengesundheit

Die Rolle spielen Östrogen und Progesteron im Körper

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    Starkes Schwitzen kann ein typisches Symptom für einen Östrogenmangel sein. Welche Rolle spielt Östrogen und Progesteron im Körper der Frau und wie äußern sich Mangelerscheinungen noch?
    Starkes Schwitzen kann ein typisches Symptom für einen Östrogenmangel sein. Welche Rolle spielt Östrogen und Progesteron im Körper der Frau und wie äußern sich Mangelerscheinungen noch? Foto: Siam, stock.adobe.com (Symbolbild)

    Östrogen und Progesteron sind die primären Geschlechtshormone im weiblichen Zyklus und beeinflussen zahlreiche Körperfunktionen. Sie sorgen für die Entwicklung der Geschlechtsmerkmale, regulieren den Menstruationszyklus und spielen eine wichtige Rolle in der Schwangerschaft. Doch ihre Wirkung reicht weit über die Fortpflanzung hinaus. Dieser Artikel gibt einen Überblick über die Funktionen der beiden Hormone, zeigt, wie sich ihre Spiegel im Laufe der Jahre verändern können und woran man einen Mangel erkennen kann.

    Was ist Östrogen und welche Wirkung hat es?

    Östrogen ist eine Gruppe von vielen Hormonen, die eine zentrale Rolle im Körper der Frau spielen. Zu den wichtigsten gehören laut Kinderwunsch und Hormon Zentrum Östron und Östradiol. Diese Hormone werden hauptsächlich in den Eierstöcken produziert, können aber auch in den Nebennieren entstehen. Doch was genau bewirken sie? Laut Barmer wirkt Östrogen folgendermaßen auf den weiblichen Körper:

    Wirkung von Östrogen:

    • Knochengesundheit: Östrogene haben einen doppelten Einfluss auf den Knochenstoffwechsel: Sie aktivieren die Osteoblasten, die für den Knochenaufbau verantwortlich sind, und hemmen die Osteoklasten, die für den Knochenabbau zuständig sind. Diese Balance hilft, die Knochendichte zu erhalten und Osteoporose vorzubeugen.
    • Haut: Auch die Hautgesundheit kann positiv durch Östrogen beeinflusst werden. Indem diese die Produktion von Kollagen fördern, gewinnt die Haut an Feuchtigkeit, Elastizität und Dichte.
    • Fettstoffwechsel: Östrogen hat auch Auswirkungen auf den Fettstoffwechsel. Es fördert die Speicherung von Fett im subkutanen Gewebe, insbesondere an Hüften und Oberschenkeln. Dies ist nicht nur ein natürlicher Prozess zur Vorbereitung auf eine Schwangerschaft, sondern trägt auch zur allgemeinen Körperform und Gewichtsregulation bei.
    • Stimmung und kognitive Funktion: Östrogene können außerdem eine besonders stimmungsaufhellende Wirkung haben, da sie die Ausschüttung von Serotonin fördern, einem Neurotransmitter, der für Wohlbefinden und Glücksgefühle verantwortlich ist. Wenn der Östrogenspiegel hoch ist, steigt auch die Serotoninproduktion, was zu einer besseren Stimmung und einem ausgeglicheneren emotionalen Zustand führen kann. Laut einer Studie der Universität Bern beeinflussen Östrogen und Progesteron nicht nur die Fruchtbarkeit, sondern auch die Wahrnehmung von Anziehungskraft. In der Studie wurde festgestellt, dass Frauen mit hohen Östrogenwerten und gleichzeitig niedrigen Progesteronwerten von Männern als besonders attraktiv wahrgenommen werden. Doch das ist längst nicht alles: Laut Untersuchungen des Universitätsklinikums in Tübingen kann Östrogen auch unsere kognitive Leistung verbessern. Indem Östrogen die Bildung von Synapsen im Hippocampus fördert und die Aktivität von Neurotransmittern, wie Serotonin reguliert, kann es zu einer besseren Gedächtnisleistung und schnellerem Lernen beitragen.

    Veränderungen in verschiedenen Lebensphasen:

    Laut Barmer verändert sich der Östrogenspiegel im Laufe des Lebens einer Frau deutlich. In der Pubertät steigt der Östrogenspiegel an, was die Entwicklung der weiblichen Geschlechtsmerkmale wie das Brustwachstum, die Erweiterung der Hüften und die Zunahme des Körperfetts fördert. Während der Schwangerschaft erreicht der Östrogenspiegel seinen Höhepunkt, was für das Wachstum der Gebärmutter und die Entwicklung des Fötus entscheidend ist. In den Wechseljahren sinkt der Östrogenspiegel jedoch stark, was zu typischen Symptomen wie Hitzewallungen, Schlafstörungen und einem erhöhten Osteoporoserisiko führen kann. Der Rückgang von Östrogen in dieser Lebensphase kann zudem die kognitive Leistung und das allgemeine Wohlbefinden negativ beeinflussen.

    Was ist Progesteron und welche Wirkung hat es?

    Progesteron ist ein weiteres wichtiges Hormon im weiblichen Körper und gehört zur Gruppe der Steroid-Hormone, die aus Cholesterin synthetisiert werden. Es spielt eine zentrale Rolle im Menstruationszyklus und in der Schwangerschaft. Laut dem Kinderwunsch und Hormon Zentrum wird es hauptsächlich in den Eierstöcken, genauer gesagt im Gelbkörper produziert. Während der Schwangerschaft kann es wie Östrogen auch von der Plazenta gebildet werden. Progesteron ist entscheidend für die Vorbereitung der Gebärmutterschleimhaut auf eine mögliche Schwangerschaft und trägt zur Aufrechterhaltung einer bestehenden Schwangerschaft bei. Darüber hinaus kann Progesteron laut Barmer folgende, weitere Effekte auf unseren Körper haben:

    Wirkung von Progesteron:

    • Beruhigende Wirkung und Schlafförderung: Progesteron hat eine entspannende Wirkung auf die Muskulatur, insbesondere auf die glatte Muskulatur der Gebärmutter, was bei Menstruationsbeschwerden helfen kann. Auch auf den Schlaf kann es sich laut Universitätsspital Bern positiv auswirken.
    • Knochengesundheit: Auch die Knochengesundheit kann Progesteron positiv beeinflussen. Zusammen mit Östrogen sorgt es dafür, dass unsere Knochen stark und widerstandsfähig bleiben.
    • Haut: Auf die Hautgesundeit kann sich Progesteron positiv wie auch negativ ausüben. Zum einen kann es die Talgproduktion anregen, was zu fettiger Haut und in manchen Fällen auch zu Akne führen kann. Zum anderen trägt es laut dem Kinderwunsch und Hormon Zentrum zur Verbesserung der Hautelastizität bei und fördert die Kollagenproduktion.
    • Stimmung und kognitive Funktion: Progesterons beruhigende Wirkung kann sich auch auf das Gehirn auswirken und dabei helfen, Stress und Ängste abzubauen. In Studien, wie denen der Universität Salzburg wurde nachgewiesen, dass ein hoher Progesteronspiegel nicht nur das allgemeine Wohlbefinden unterstützt, sondern auch die kognitive Leistungsfähigkeit und die Aufmerksamkeit steigern kann.

    Die 4 Zyklusphasen und die Rolle von Östrogen und Progesteron

    Der weibliche Menstruationszyklus gliedert sich in vier Phasen, die durch spezifische hormonelle Veränderungen gekennzeichnet sind. Monat für Monat bereitet sich der Körper darauf vor, eine Schwangerschaft zu ermöglichen. Kommt es nicht dazu, startet der Zyklus von Neuem. Laut Msd Manual lässt sich der Menstruationszyklus folgendermaßen unterteilen:

    Menstruationsphase: In dieser Phase startet der weibliche Zyklus von vorn. Die Gebärmutterschleimhaut, die sich im letzten Zyklus aufgebaut hat, wird nicht mehr gebraucht und wird in Form der Regelblutung abgestoßen.

    • Östrogen: Die Östrogenspiegel sind zu Beginn der Menstruation sehr niedrig. Dieser Hormonabfall signalisiert dem Körper, dass es Zeit ist, neue Eizellen heranreifen zu lassen. Die Hirnanhangdrüse (Hypophyse) schüttet dazu das Hormon FSH (Follikel-stimulierendes Hormon) aus.
    • Progesteron: Auch die Progesteronspiegel sind in dieser Phase niedrig. Das liegt daran, dass der Gelbkörper, der es normalerweise produziert, aus dem letzten Zyklus bereits zerfallen ist.

    Follikelphase: Während die Menstruation ausklingt, wird der Körper wieder aktiv und beginnt, sich auf einen möglichen Eisprung vorzubereiten.

    • Östrogen: Mit dem Wachstum der Follikel steigt auch der Östrogenspiegel. Das Hormon sorgt dafür, dass die Gebärmutterschleimhaut wieder aufgebaut wird, da sich eine Eizelle einnisten könnte.
    • Progesteron: In dieser Phase bleibt das Progesteron weiterhin auf einem niedrigen Niveau, da die Hauptquelle für dieses Hormon, der Gelbkörper, bisher nicht entstanden ist.

    Ovulationsphase: Der Eisprung ist der zentrale Moment des Zyklus. Die reife Eizelle wird aus dem dominanten Follikel freigesetzt und macht sich auf den Weg durch den Eileiter.

    • Östrogen: Kurz vor dem Eisprung erreicht das Östrogen seinen Höchstwert. Dies löst den Anstieg des luteinisierenden Hormons aus, der wiederum den Eisprung verursacht.
    • Progesteron: Kurz nach dem Eisprung beginnt Progesteron langsam anzusteigen, da sich aus dem geplatzten Follikel der Gelbkörper bildet.

    Lutealphase: In dieser Phase entscheidet sich, ob eine Schwangerschaft eintritt.

    • Östrogen: Das Hormon wird weiterhin produziert, jedoch in viel kleineren Mengen, und fällt im Falle keiner Befruchtung am Ende stark ab.
    • Progesteron: Nun steht das Progesteron im Mittelpunkt. Es sorgt dafür, dass die Gebärmutterschleimhaut erhalten bleibt und sich verdickt. Falls keine Schwangerschaft eintritt, sinkt der Spiegel zum Ende der Phase rapide und die nächste Periode beginnt.

    Wie erkennt man einen Mangel an Östrogen oder Progesteron?

    Mangelerscheinungen von Östrogen oder Progesteron sind nicht nur ein Phänomen der Wechseljahre – auch in jungen Jahren kann es zu hormonellen Ungleichgewichten kommen. Die Symptome sind dabei laut Barmer sehr vielfältig und können sich auf unterschiedliche Weise äußern. Das Menopausen Zentrum weist darauf hin, dass bei Verdacht auf einen Mangel unbedingt ein Arzt konsultiert werden sollte, um die Ursachen abzuklären und eine gezielte Behandlung zu ermöglichen.

    Mangel an Östrogen:

    • Menstruationsstörungen
    • Hitzewallungen und vermehrtes Schwitzen
    • Schlafstörungen und depressive Verstimmungen
    • Osteoporose
    • Vaginaltrockenheit oder auch vermehrter Ausfluss

    Mangel an Progesteron:

    • Verstärkte PMS-Symptome
    • Verminderte Fruchtbarkeit
    • Menstruationsstörungen
    • Risiko für Fehl- und Frühgeburten steigt
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