Von Pickeln, Pusteln und Mitessern gezeichnete Haut wird meist mit Jugendlichen in Verbindung gebracht. Die sogenannte „Acne vulgaris“ tritt bedingt durch die hormonellen Veränderungen in der Pubertät auf. Doch diese Hormonschübe können auch in anderen Lebensphasen für eine unreine Haut sorgen.
Hormonelle Akne: Auftreten in verschiedenen Lebensphasen
Wie das Universitätsspital Zürich berichtet, gilt Akne als weltweit häufigste Erkrankung der Haut. Unter Jugendlichen liegt der Anteil der Betroffenen bei 70 bis 95 Prozent, wobei jedoch nur rund 15 bis 30 Prozent so schwer betroffen sind, dass sie einer Behandlung bedürfen. Menschen jeden Alters leiden laut Aknezentrum Wien in bestimmten Lebensphasen unter der hormonell bedingten Akne:
- Pubertät: Fast alle Jugendlichen trifft die Akne, ihr Schweregrad ist von der Menge an ausgeschüttetem Testosteron und dessen Stoffwechselprodukt Dihydrotestosteron abhängig. Die genetische Disposition legt den Grundstein für diese Form der hormonellen Akne.
- Menstruationszeit: Hormonelle Veränderungen bewirken eine Verschlechterung des Hautbildes vor und während der Menstruation. Grund ist die Abnahme des Östrogenspiegels im Blut.
- Schwangerschaft: Ein hoher Pegel an weiblichen Hormonen sorgt in der Zeit der Schwangerschaft für eine gute Haut. Danach kann sich das Hautbild verschlechtern, meist bleibt es aber dauerhaft besser durch einen ausgeglicheneren Hormonspiegel.
- Wechseljahre: Vor allem zu Beginn der Menopause fällt der Östrogenspiegel stark ab, der Testosteronanteil steigt. Gegen Ende der Wechseljahre sind beide Hormone nur noch in niedriger Konzentration vorhanden, die Haut wird oft sehr trocken. Pickel entstehen kaum noch.
Ursachen für eine hormonelle Akne
Hormonelle Akne zu erkennen ist nicht schwer, typischerweise zeigt sie sich vor allem bei Menschen jenseits der Pubertät am Kinn und an den Wangen. Das Hautproblem entsteht durch eine Kombination aus genetischer Veranlagung und hormonellen Einflüssen, wie Springermedizin erläutert. Testosteron, IGF-1 (ein insulinähnlicher Wachstumsfaktor) und äußere Bedingungen wie Stress und ungesunde Ernährung begünstigen das Pickelwachstum durch Anregung der Haut zur übermäßigen Verhornung und vermehrter Talgproduktion.
Östrogen und Progesteron sorgen in der prämenstruellen Phase, in der Schwangerschaft und während der Menopause für Hautveränderungen. Auch das Absetzen der Antibabypille kann bei Frauen für unreine Haut sorgen. Dabei sind Östrogen und Progesteron als Gegenspieler bestenfalls im Gleichgewicht. Ungünstig sind Verschiebungen, wie sie durch einen normalen Östrogen- und einen niedrigen Progesteronspiegel entstehen. Bei der sogenannten Hyperöstrogenämie, die häufig im Alter ab 40 Jahren auftritt, zeigen sich Mitesser, Pusteln, Papeln und Pickel in großer Zahl.
Auch Testosteron ist ein Mitverursacher der hormonellen Akne, indem es zu DHT (Dihydrotestosteron) verstoffwechselt wird. DHT erhöht die Talgproduktion der Haut, die Poren verstopfen.
All diese Hormone können im Zusammenspiel mit den genannten äußeren Faktoren für die Entstehung einer hormonellen Akne sorgen. Diese lässt sich daher nur auf mehreren Wegen effektiv behandeln.
Hormonelle Akne behandeln: Diese Medikamente können helfen
Der Hautarzt kann einschätzen, ob es sich um eine hormonelle Akne handelt. Er kann Cremes verschreiben, die beispielsweise den Wirkstoff Benzoylperoxid enthalten. DoctorABC nennt zudem Cremes mit Antibiotika und Retinoiden als mögliche Behandlungsmittel durch den Dermatologen. Auch Azelain kann in Form eines Peelings verwendet werden. Hier eine Übersicht über mögliche Medikamente, Cremes und Wirkstoffe, die gegen eine hormonelle Akne helfen können:
- Benzoylperoxid: Die Creme ist auch rezeptfrei in der Apotheke erhältlich und reduziert die Anzahl der Bakterien auf der Haut. Der Wirkstoff hemmt Entzündungen, darf aber nicht im Übermaß angewendet werden. Rötungen, Trockenheitsgefühle oder Abschuppungen der Haut können die Folge von zu häufiger Anwendung sein.
- Topische Retinoide: Diese Vitamin-A-Derivate entfernen abgestorbene Hautzellen und werden als Creme oder Gel auf die Haut aufgetragen. Der Wirkstoff kann die Haut sonnenempfindlicher werden lassen.
- Topische Antibiotika: Sie sollen helfen, die Bakterien auf der Haut abzutöten, damit verstopfen sie nicht mehr die Haarfollikel. Die Anwendung ist kurweise möglich.
- Azelainsäure: Abgestorbene Haut wird durch Auftragen von Cremes oder Gelen mit dem Wirkstoff abgelöst, Bakterien werden abgetötet. Eine Besserung des Hautbildes ist frühestens nach vier Wochen zu erwarten. Azelain macht die Haut im Gegensatz zu den übrigen Mitteln nicht sonnenempfindlicher.
- Antibiotische Tabletten: Angewendet werden sogenannte Tetracycline über eine Dauer von sechs Wochen, schwangere Frauen dürfen die Tabletten nicht nehmen.
- Hormone: Hormonelle Therapien werden bei hormonellen Ungleichgewichten eingesetzt. Ein Beispiel sind Tabletten mit Cyproteronacetat, der Wirkstoff wirkt als Gegenspieler zu den männlichen Androgenen. Eine Therapie dauert mindestens sechs Monate.
- Isotretinoin: Dieser Wirkstoff kommt ebenso wie andere Retinoide nur zur Anwendung, wenn andere Aknetherapien nicht ausreichend wirksam waren. Er wird in Kapselform verabreicht und soll die Talgproduktion normalisieren sowie gegen die Verstopfung der Haarfollikel wirken. Außerdem werden die Bakterien auf der Haut reduziert.
Hormonelle Akne behandeln: Natürliche Hilfsmittel anwenden

Auch auf natürlichem Weg lässt sich eine hormonelle Akne laut Humasana behandeln. Unter anderem ist dies durch die Anwendung von Pflanzen, die die Androgene hemmen sollen, möglich. Hopfen und Frauenmantel (als Tee oder in Kapselform) sind derartige natürliche Helfer für eine schönere Haut. Darüber hinaus kann die hormonelle Akne in manchen Fällen mit Mönchspfeffer gelindert werden. Mönchspfeffer wird eine hormonausgleichende Wirkung nachgesagt: Er soll dem Rückgang des Progesteronspiegels entgegenwirken können.
Ebenso hilfreich kann die Anwendung von Tonerde sein, vor allem, wenn sie in Verbindung mit Aloe Vera in Form einer Maske auf die betroffenen Hautpartien aufgetragen wird. Aloe Vera soll entzündungshemmend wirken und wird auch gern in Kombination mit afrikanischem Basilikum angewendet.
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