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Prämenstruelles Syndrom: Was ist PMS und was hilft wirklich?

Frauengesundheit

Prämenstruelles Syndrom: Was ist PMS und was hilft wirklich?

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    Unterleibskrämpfe gehören zu den typischen PMS-Beschwerden: So lässt sich der Schmerz lindern.
    Unterleibskrämpfe gehören zu den typischen PMS-Beschwerden: So lässt sich der Schmerz lindern. Foto: Dragonstock, stock.adobe.com (Symbolbild)

    Stimmungsschwankungen, Reizbarkeit und Unterleibsschmerzen – fast jede Frau kennt die typischen PMS-Beschwerden. Diese treten bei den meisten Frauen regelmäßig auf und können den Alltag spürbar beeinflussen. Doch was ist PMS eigentlich und wie kann man trotz Beschwerden den Alltag wieder bewältigen? Dieser Artikel zeigt, was PMS bedeutet, welche Ursachen es haben kann und welche Symptome mit einhergehen. Zudem werden verschiedene Behandlungsmöglichkeiten vorgestellt, die dabei helfen können, den Zyklus zu erleichtern und die Symptome zu lindern.

    Was ist PMS?

    Unterleibskrämpfe und Stimmungsschwankungen sind typische Begleiter der zweiten Zyklusphase. Viele Frauen erleben diese Beschwerden regelmäßig und wissen, wie stark sie den Alltag beeinträchtigen können. Doch was genau ist PMS eigentlich? Der Begriff PMS ist die Abkürzung für prämenstruelles Syndrom und beschreibt diese Beschwerden, die bei vielen Frauen in den Tagen vor und auch während der Menstruation auftreten können. Laut der Schweizer Klinikgruppe Hirslanden leiden 80 Prozent aller Frauen im gebärfähigen Alter darunter. Während manche Frauen nur leichte Beschwerden haben und ihren Alltag wie gewohnt weiterführen können, beeinträchtigen die Symptome andere so stark, dass alltägliche Aufgaben wie der Weg zur Arbeit oder Schule nahezu unmöglich werden.

    Doch warum trifft es manche Frauen härter als andere? Und was passiert, wenn PMS besonders stark wird? In seltenen Fällen ist PMS so intensiv, dass der Alltag kaum noch bewältigt werden kann. Dann spricht man von der sogenannten prämenstruellen dysphorischen Störung, kurz PMDS. Laut dem Bundesministerium für Gesundheit sind etwa 3 bis 8 Prozent der Frauen von PMDS betroffen. Diese besonders schwere Form des prämenstruellen Syndroms geht weit über die körperlichen Beschwerden von PMS hinaus und kann tiefgreifende Auswirkungen auf die Psyche haben. Das Bundesministerium für Gesundheit weist darauf hin, dass PMDS bei betroffenen Frauen sogar zu schweren Depressionen führen kann, die im schlimmsten Fall von Selbstmordgedanken begleitet werden.

    So erkennt man PMS - Symptome und Ursachen 

    Die Dauer und Intensität von PMS können von Frau zu Frau stark variieren. Während manche Frauen nur leichte Beschwerden verspüren, kämpfen andere mit besonders intensiven Symptomen. Laut dem MSD Manual können die Symptome in einigen Fällen sogar bis zu zehn Tage andauern, was für die Betroffenen eine enorme Belastung darstellen kann. Doch warum ist das so, dass manche Frauen stärker darunter leiden als andere? Die genauen Ursachen von PMS sind bisher nicht vollständig geklärt, doch folgende Faktoren können laut MSD Manual eine Rolle spielen:

    • Hormonschwankungen: Während des Zyklus sind die Hormone Progesteron und Östrogen mal hoch und mal tief. Starke Schwankungen können bei manchen Frauen intensivere PMS-Beschwerden auslösen. Besonders der Rückgang des Progesteronspiegels in der zweiten Zyklushälfte kann laut dem Bundesministerium für Gesundheit dazu beitragen.
    • Niedriger Serotoninspiegel: Auch ein niedriger Serotoninspiegel kann die emotionalen PMS-Beschwerden verstärken. Das sogenannte „Glückshormon“ hilft, die Kommunikation zwischen den Nervenzellen aufrechtzuerhalten und kann stimmungsaufhellend wirken. In der zweiten Zyklushälfte ist der Serotoninspiegel laut MSD Manual oft niedriger.
    • Kalzium und Magnesium: Auch ein Mangel an wichtigen Mineralstoffen wie Kalzium und Magnesium kann PMS verstärken.

    Neben den körperlichen Faktoren können laut dem Bundesministerium für Gesundheit auch familiäre Vorbelastungen und Umwelteinflüsse dafür verantwortlich sein, warum manche Frauen stärker von PMS betroffen sind.

    Das sind laut Bundesministerium für Gesundheit die häufigsten psychischen und physischen Symptome:

    • Stimmungsschwankungen und erhöhte Reizbarkeit
    • Unterleibskrämpfe
    • Migräne
    • Rückenschmerzen
    • Wassereinlagerungen
    • Brustspannen
    • Schlafstörungen und folglich erhöhte Müdigkeit
    • Heißhungerattacken
    • Unreine Haut
    • Gliederschmerzen

    Laut dem MSD Manual können zu den typischen Symptomen noch zahlreiche weitere Beschwerden hinzukommen. Dazu zählen unter anderem Ohnmachtsanfälle, vermehrtes Schwitzen, Blähungen und Völlegefühl, aber auch unerklärliches Weinen und Konzentrationsstörungen.

    PMS oder doch schwanger?

    Brustspannen, Stimmungsschwankungen und ein Unwohlsein im Bauch - das können doch auch typische Anzeichen einer Schwangerschaft sein? Viele Symptome ähneln sich, was die Unterscheidung manchmal schwierig macht. Entscheidend ist jedoch laut der Fachärzte der Meoclinic vor allem das Ausbleiben der Menstruation wie auch die morgendliche Übelkeit, die oft auf eine Schwangerschaft hinweisen.

    Was hilft bei PMS?

    PMS kann für viele Frauen eine echte Herausforderung darstellen. Die körperlichen und emotionalen Beschwerden beeinträchtigen den Alltag erheblich und können und können die Lebensqualität stark einschränken. Doch es gibt eine Vielzahl an Maßnahmen, die helfen können, die Symptome zu lindern und den Zyklus erträglicher zu gestalten. Dazu gehören laut MSD Manual folgende Selbsthilfemaßnahmen:

    1. Genügend Schlaf: Mindestens 7 Stunden Schlaf pro Nacht können zu einer Linderung der Symptome beitragen.
    2. Mehr Bewegung: Eine regelmäßige Bewegung kann nicht nur die Verdauung anregen und Blähungen lindern, sondern auch psychischen Verstimmungen entgegenwirken. Besonders Yoga und Meditation können helfen, die innere Balance wiederzufinden.  
    3. Ausgewogene Ernährung: Auch wenn der Heißhunger auf Süßes verlockend ist, verstärkt er die Symptome meist. Laut MSD Manual wirken sich Zucker, Salz und Koffein besonders negativ auf die typischen Symptome aus. Stattdessen helfen Lebensmittel, die reich an Vitamin D und Kalzium sind. Eine ausgewogene Ernährung mit viel Protein, Obst, Gemüse und gesunden Kohlenhydraten ist besonders empfehlenswert.

    Sollten die Symptome jedoch nicht durch eigene Maßnahmen gelindert werden, rät MSD Manual, einen Arzt aufzusuchen. Ein Facharzt kann gezielt Tests durchführen und eine genauere Diagnose erstellen. Laut dem MSD Manual kann ein Arzt verschiedene Maßnahmen ergreifen, um die Beschwerden zu lindern:

    1. Medikamente: In schweren Fällen können Hormontherapien, wie die Anti-Baby-Pille oder Medikamente zur Progesteron-Zufuhr helfen. Auch Antidepressiva können bei starken emotionalen Beschwerden eine Option sein.
    2. Nahrungsergänzungsmittel: Mönchspfeffer, Kalzium, Vitamin B6 und Vitamin E können die Symptome auch linden. Aber Vorsicht: Eine eigenmächtige Einnahme ohne ärztliche Beratung wird nicht empfohlen. Eine zu hohe Dosierung kann laut MSD Manual nämlich sehr schädlich sein und beispielsweise bei hohen Dosen von Vitamin B6 zu Nervenschäden führen.  
    3. Operation: Wenn nichts weiter hilft, kann die Entfernung der Eierstöcke in Erwägung gezogen werden. Dadurch wird jedoch der Zyklus gestoppt und eine verfrühte Menopause setzt ein. Dazu können auch die typischen Beschwerden einer Menopause einsetzen. Ob man nun also die PMS-Beschwerden oder die Menopause-Beschwerden erlebt, macht im Grunde keinen großen Unterschied.
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