Fast jeder hat es schon erlebt: Dieses brennende Gefühl in der Brust, das einen bei Sodbrennen plagt. Laut dem Deutschen Ärzteblatt leidet knapp ein Drittel der Menschen irgendwann im Leben darunter. 4 bis 11 Prozent haben sogar täglich damit zu kämpfen. Doch was genau ist Sodbrennen, und warum kann es besonders nachts gefährlich werden?
Dieser Artikel erklärt, wie es zu Sodbrennen kommt, welche Symptome auftreten und warum es gerade im Schlaf zu ernsthaften Problemen führen kann. Zudem werden Tipps zur Behandlung dieser Beschwerden gezeigt.
Was ist eigentlich Sodbrennen und wie fühlt es sich an?
Viele kennen das unangenehme Brennen hinter dem Brustbein, das oft von saurem Aufstoßen begleitet wird. Doch was ist Sodbrennen genau? Sodbrennen, auch genannt Reflux, ist laut Deutschem Ärzteblatt ein Symptom der gastroösophagealen Refluxkrankheit, das entsteht, wenn Magensäure in die Speiseröhre aufsteigt. Normalerweise verhindert ein Schließmuskel zwischen Magen und Speiseröhre diesen Rückfluss. Funktioniert dieser Mechanismus nicht richtig, können Magensaft und Galle in die Speiseröhre zurückfließen, was zu Reizungen und Beschwerden führen kann.
Neben dem typischen Brennen gehören laut Deutschem Ärzteblatt auch Magenschmerzen, Übelkeit und saures Aufstoßen zu den häufigen Symptomen. Darüber hinaus kann Sodbrennen, laut Dr. med. Moustafa Elshafei, Leiter des Refluxzentrums, auch mit Husten und Heiserkeit einhergehen.
Warum entsteht Sodbrennen:
Die Ursachen für Sodbrennen sind vielfältig. Das Zentrum für Beatmung und Intensivpflege weist auf mehrere Faktoren hin, die entweder die Magensäureproduktion erhöhen oder den Schließmuskel der Speiseröhre schwächen können:
- Übergewicht
- Scharfe, säurehaltige und fettige Mahlzeiten
- Nikotin und Alkohol
- Schwangerschaft
- Medikamente, wie nichtsteroidale Antirheumatika, Betablocker oder Kalziumkanalblocker
- Stress und mentale Belastungen
Sodbrennen beim Schlafen
Beim Schlafen kann Sodbrennen besonders unangenehm werden. Das liegt daran, dass in der Liegeposition die Magensäure leichter nach oben steigen und so die Refluxsymptome schneller auslösen kann. Laut dem Deutschen Ärzteblatt empfindet jeder Zweite, der regelmäßig an Reflux leidet, das nächtliche Auftreten der Beschwerden als besonders schlimm. Denn nachts kann vermehrtes Sodbrennen die Schlafqualität und -quantität erheblich beeinträchtigen und zu häufigem Aufwachen und Einschlafstörungen führen.
Kann man an Magensäure ersticken?
Ja, es ist sogar möglich, dass Sodbrennen während des Schlafens zu ernsthaften Atemproblemen führt, einschließlich der Gefahr zu ersticken. Dr. med. Moustafa Elshafei, Leiter des Refluxzentrums, erklärt, dass die Entspannung im Schlaf den Reflux begünstigen kann. Dies kann dazu führen, dass Magensäure in den Rachenraum gelangt, wodurch die Verschluckungsgefahr und das Risiko, dass Säure in den Kehlkopf und die Luftröhre eindringt, steigt. Gelangt die Magensäure in die Atemwege, kann dies schwerwiegende Folgen haben. Laut dem Zentrum für Beatmung und Intensivpflege kann diese sogenannte Aspiration zu Husten, Heiserkeit, Würgen und sogar zur Atemnot führen. In schweren Fällen können Aspirationen auch lebensbedrohliche Lungenentzündungen verursachen, wie das Universitätsklinikum der TUM München erklärt.
Was hilft bei Sodbrennen?
Wichtig bei der Behandlung von Sodbrennen ist es, die genaue Ursache zu kennen. Laut Dr. med. Moustafa Elshafei, Leiter des Refluxzentrums, gibt es mehrere Therapieansätze, um Sodbrennen effektiv zu bekämpfen:
- Medikamente zur Säurehemmung, wie Säureblocker
- Ernährungsumstellung, wie auch die Reduktion von Alkohol und Nikotin
- Operative Behandlung: Eine Operation wird laut Dr. med. Moustafa Elshafei erst in fortgeschrittenen Fällen in Erwägung gezogen, wenn Medikamente und eine Ernährungsumstellung nicht die gewünschten Ergebnisse liefern.
- Veränderung der Schlafgewohnheiten: Das Zentrum für Beatmung und Intensivpflege empfiehlt eine erhöhte Oberkörper-Kopf-Position während des Schlafens, um zu verhindern, dass Magensäure in die Speiseröhre aufsteigt. Auch sollte man die letzten Mahlzeiten 2-3 Stunden vor dem Zubettgehen einnehmen, um den Rückfluss zu verringern.
- Stressbewältigung: Sodbrennen kann durch Stress und psychische Faktoren intensiviert werden. Dagegen können laut Deutschem Ärzteblatt Entspannungsmethoden wie Meditation oder Yoga helfen.
Übrigens: Auch Natron kann bei Sodbrennen helfen.
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