Ibuprofen gehört zur Gruppe der nicht-steroidalen Antirheumatika (NSAR) und wird bei Beschwerden wie Kopf- und Gliederschmerzen, Fieber oder Gelenkentzündungen eingenommen. Doch der Blutdruck kann damit gefährlich erhöht werden. Das Risiko besteht nicht nur für ältere Menschen.
Ibuprofen und seine Wirkung auf den Körper
Ibuprofen und andere Mittel aus der Gruppe der NSAR, zu denen auch Naproxen und Diclofenac gehören, sind in niedriger Dosierung (z. B. Ibuprofen 400 mg) frei verkäuflich. Sie hemmen im Körper bestimmte Enzyme. Diese als Cyclooxygenasen bezeichneten Eiweiße sorgen für die Bildung von Prostaglandinen, welche als Botenstoffe Entzündungen vermitteln.
Genau an dieser Stelle setzt Ibuprofen an und verhindert die Bildung dieser Botenstoffe. Damit wirkt es laut Gelber Liste schmerzlindernd sowie entzündungshemmend.
Ibuprofen gibt es in verschiedenen Darreichungsformen wie Tabletten, Kapseln, Salben oder Säften. Für Erwachsene wird meist Ibuprofen 400 mg angewendet, bei stärkeren Schmerzen oder hohem Fieber kann der Arzt auch Ibuprofen 600 mg oder 800 mg verschreiben. Für Kinder sind Präparate mit 200 mg erhältlich.
Das sind die häufigsten Nebenwirkungen von Ibuprofen
Vielen Anwendern ist bekannt, dass Ibuprofen Magen- und Darmprobleme verursachen kann. Dass das Mittel nicht ganz ungefährlich ist, zeigt bereits ein Blick in die Packungsbeilage, in der vielen Personengruppen von einer Anwendung abgeraten wird. Auch die Deutsche Herzstiftung weist auf mögliche Kontraindikationen hin. Nicht eingenommen werden darf Ibuprofen unter anderem bei Vorliegen dieser Beschwerden und Erkrankungen:
- bekannter Überempfindlichkeit gegen Ibuprofen
- bei Blutungen oder Neigung zu Blutungen
- bei schweren Funktionsstörungen von Leber und/oder Nieren
- bei Allergien gegen einen der Inhaltsstoffe
- bei Atemwegserkrankungen
- bei unbehandeltem Bluthochdruck
- bei schwerer Herzschwäche
Individuelle Einnahmebeschränkungen sollten immer mit dem Arzt abgesprochen werden. Grundsätzlich muss bei der Anwendung von Ibuprofen gleich welcher Dosierung laut dem Portal praktischArzt mit den folgenden Nebenwirkungen gerechnet werden:
- Kopfschmerzen
- Schwindelgefühle
- verstärkte Müdigkeit
- Sodbrennen und Bauchschmerzen
- Übelkeit und Erbrechen
- Verdauungsbeschwerden
- Hautausschläge mit und ohne Juckreiz
- Ödembildung
- verstärktes Risiko für Magengeschwüre
- erhöhtes Risiko für Magen-Darm-Blutungen
Studienergebnisse: Ibuprofen erhöht den Blutdruck
Eine Studie des Universitätsspitals Zürich (USZ) aus dem Jahr 2017 berichtet über das erhöhte Risiko für die Herzgesundheit durch Einnahme von Ibuprofen. In Abhängigkeit von Dosis und Einnahmedauer steigen das Herzinfarkt- und Schlaganfallrisiko deutlich an, das Portal Herzmedizin berichtet sogar über eine 100-prozentige Zunahme des Risikos für einen Herzinfarkt bei regelmäßiger Einnahme von Ibuprofen über eine Dauer von ein bis sieben Tagen.
An besagter Studie des USZ nahmen 444 Patienten in den USA teil, wovon 408 an Arthrose litten. Bei 36 Teilnehmern war eine rheumatoide Arthritis diagnostiziert worden. Bei allen Patienten lagen Erkrankungen der Herzkranzgefäße oder ein erhöhtes Risiko dafür vor. Medikamentös wurden die Teilnehmer wie folgt behandelt:
- ein Drittel erhielt 2 x 100 - 200 mg Celecoxib täglich
- ein Drittel erhielt 3 x 600 - 800 mg Ibuprofen täglich
- ein Drittel erhielt 2 x 375 - 500 mg Naproxen täglich
Celecoxib senkte den Blutdruck bei erneuter Messung nach vier Monaten Behandlungsdauer um durchschnittlich 0,3 mmHg. Ibuprofen und Naproxen hingegen ließen ihn um 3,7 bzw. 1,6 mmHg steigen. Prof. Frank Ruschitzka, stellvertretender Direktor der Klinik für Kardiologie am USZ und Leiter der Studie sprach davon, dass Ibuprofen „eindeutig nicht so sicher wie früher gedacht“ ist.
Alternative Paracetamol?
Erkrankte und von Schmerzen oder Fieber geplagte Patienten sehen häufig in Paracetamol eine vermeintlich ungefährliche Alternative zu Ibuprofen. Doch: Im Rahmen einer mit wenigen Teilnehmern durchgeführten Studie, deren Ergebnisse durch die Hochdruckliga veröffentlicht wurden, zeigte sich auch unter Gabe von Paracetamol eine Erhöhung des Blutdrucks. Im Ergebnis dieser Studie wurde deutlich, dass bei Patienten mit Bluthochdruck bei Einnahme von Paracetamol eine weitere Blutdrucksteigerung wie bei anderen NSAR feststellbar ist. Unklar ist aber, ob der Effekt auch bei Menschen ohne bereits vorliegenden Bluthochdruck auftreten kann. Es ist daher zu empfehlen, auch Paracetamol nicht leichtfertig einzunehmen.
Übrigens: Trotz möglicher Nebenwirkungen ist Ibuprofen bei vielen Schmerzen immer noch das Mittel erster Wahl. Unter anderem wird der Wirkstoff bei Schmerzen im Steißbein oder bei einer Blasenentzündung eingesetzt. Zudem gehört Ibuprofen bestenfalls in die Reiseapotheke.
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