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Präbiotika und Probiotika: Was ist der Unterschied und welche Wirkung haben sie auf den Darm?

Darm

Präbiotika und Probiotika: Was ist der Unterschied und welche Wirkung haben sie auf den Darm?

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    Wie wirken sich Präbiotika und Probiotika auf den Darm aus?
    Wie wirken sich Präbiotika und Probiotika auf den Darm aus? Foto: New Africa, stock.adobe.com

    Das Verdauungsorgan Darm ist ein wahrer Superstar, denn es ist ein komplexes System, das über ein umfangreiches Nervensystem verfügt – weshalb der Darm oftmals als das zweite Gehirn bezeichnet wird. Gehirn und Darm stehen in einem ständigen, engen Austausch über Botenstoffe der Nervenzellen. So produziert der Darm Neurobotenstoffe, die sich auf die Stimmung, das Verhalten und die Gefühlswelt auswirken. Umso wichtiger ist es, den Darm mit geeigneten Lebensmitteln und Nährstoffen zu versorgen, um ihn und den gesamten Körper gesund zu halten. Präbiotika und Probiotika sind für die Darmgesundheit essenziell, denn sie wirken sich direkt auf die Darmflora aus.

    Was sind Präbiotika?

    Die Präbiotika dienen den nützlichen Darmbakterien als Energiequelle. Sie sind unverdauliche Nahrungsbestandteile, die in bestimmten Lebensmitteln zu finden sind. Die meisten Präbiotika gehören zur Gruppe der löslichen Ballaststoffe. Das bedeutet, dass sie in Wasser löslich sind und unverdaut in den Dickdarm gelangen, wo sie von den Bakterien der Darmflora, wie den Laktobazillen und Bifidobakterien, verwertet werden und zum Wachstum der Bakterienkulturen und deren Aktivität beitragen.

    Damit ein Ballaststoff oder eine andere Substanz zu den Präbiotika zählt, müssen folgende Kriterien erfüllt sein:

    • wird weder im Magen noch im Dünndarm aufgenommen
    • resistent gegenüber Verdauungssäften wie der Magensäure und den Verdauungsenzymen
    • nützliche Darmbakterien verwerten ihn als Nahrung, wodurch sowohl deren Aktivität als auch deren Wachstum angeregt wird

    Was sind Probiotika?

    Bei Probiotika handelt es sich um lebende Mikroorganismen. Die Bakterienkulturen werden über bestimmte Lebensmittel aufgenommen, sind resistent gegen die Salzsäure des Magens und gelangen so in den Darm. Allerdings ist die Wirksamkeit von Probiotika lediglich bei einer Erkrankung wissenschaftlich bewiesen: der Antibiotika-assoziierte Diarrhö (AAD). Diese akute Darmstörung kann während und nach der Einnahme von Antibiotika auftreten.

    Wichtig ist, dass nicht alle Patienten und Patientinnen von der Einnahme von Probiotika profitieren und sie sogar schädlich sein kann, so bei Frühgeborenen, Schwerkranken oder Personen mit einem schwachen Immunsystem. Die Deutsche Gesellschaft für Gastroenterologie, Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten (DGVS) spricht eine klare Warnung gegenüber der Einnahme von Probiotika bei Personen aus, die an einer akuten Entzündung der Bauchspeicheldrüse leiden.

    Wirkung auf den Darm von Präbiotika und Probiotika

    Der menschliche Darm besteht aus Billionen von Bakterien, davon bis zu 2000 verschiedenen Spezies. Die Wirkung von Präbiotika ist wissenschaftlich belegt, denn sie fördern eine gesunde Darmflora, indem sie Nahrung für die guten Bakterien bieten und damit nicht nur die Darmgesundheit, sondern das Wohlbefinden, das Immunsystem und die Gesundheit des gesamten Körpers. Die Wirkung von Probiotika hingegen ist nur im Fall von AAD wissenschaftlich belegt. Um den Darm ausreichend zu unterstützen, ist im Allgemeinen eine ausgewogene und ballaststoffreiche Ernährung notwendig. Dabei werden sowohl Präbiotika als auch Probiotika aufgenommen. Zudem ist es ratsam, ausreichend Wasser zu trinken und sich regelmäßig zu bewegen.

    Wo sind Präbiotika und Probiotika zu finden?

    Präbiotika sind vor allem in Obst und Gemüse zu finden:

    • Artischocken
    • Chicorée
    • Topinambur
    • Lauch, Zwiebeln, Knoblauch
    • Weizen, Roggen, Hafer
    • Mais
    • Sojabohnen
    • Bananen
    • Algen
    • Sojabohnen

    Bei Probiotika hingegen handelt es sich um lebende Bakterienkulturen, die über Lebensmittel aufgenommen werden können. Zu den klassischen Mikroorganismen gehören Milchsäurebakterien, Bifidobakterien und bestimmte Hefen. Auf natürliche Weise kommen Probiotika in folgenden Lebensmitteln vor: Joghurt, Quark, Kefir, Molke, Käse oder Fermentiertem, wie zum Beispiel Sauerkraut, Misopaste und Kimchi. Besonders fermentierte Lebensmittel sind gut verdaulich und enthalten alle Nährstoffe des Gemüses.

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